Generalversammlung

28. Februar 2020
So viele Einsätze hatte die Surberger Wehr noch nie

Mit 147 Einsätzen mit 2707 Einsatzstunden hatte die Freiwillige Feuerwehr Surberg im vergangenen Jahr so viele Einsätze wie nie zuvor seit ihrem Bestehen. Bei der Jahreshauptversammlung im Wirtshaus Lauter machte Kommandant Stefan Burghartswieser die Schneekatastrophe im Januar 2019 verantwortlich. Insgesamt leistete die Feuerwehr im vergangenen Jahr 6214 ehrenamtliche Stunden, was statistisch gesehen einen Aufwand von 81 Stunden pro Feuerwehrdienstleistenden entspricht.
Da der Schneefall in Surberg anfangs nicht so dramatisch gewesen sei, habe die Surberger Wehr sogar noch ein Fahrzeug nach Hammer und Ruhpolding geschickt, sagte Burghartswieser. „Dass das Landratsamt Traunstein am 10. Januar den Katastrophenfall ausgerufen und Feuerwehren von außerhalb zu Hilfe gerufen hat, war die beste Entscheidung in meiner Feuerwehrkarriere.“ Davor sei es nämlich nicht Aufgabe der Feuerwehr gewesen, die Dächer abzuräumen. Mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Freising konnte dann die Schneelast von rund 50 Dächern abgeschaufelt werden. Zusammen mit der Freisinger Feuerwehr habe man dann 61 Einsätze mit rund 6500 Einsatzstunden geleistet. Als gut nannte er auch die Zusammenarbeit bei der Schneekatastrophe mit der Gemeindeverwaltung und dem gemeindlichen Bauhof.
An 49 Tagen habe die Feuerwehr Übungen mit 1459 Stunden abgehalten. Als Schwerpunkte der Ausbildung nannte der Kommandant Gefahrstoffe, Gefahrgut, Atemschutz, Sanitätsausbildung und Absturzsicherung. 24 Teilnehmer haben elf Lehrgänge durchlaufen. Einige Feuerwehrdienstleistende haben die Leistungsabzeichen „Technische Hilfeleistung“ erfolgreich abgelegt.
Ferner hielt die Feuerwehr einen Projekttag in der Grundschule ab, um die Schüler für den Feuerwehrdienst zu interessieren. Beim Hoffest in Schönau übernahm sie die Bewirtung. Im Rahmen der Ungarnhilfe wurde ein Tanklöschfahrzeug gespendet, das voll im Einsatz ist.
Die Jugendgruppe legte das Jugend-Leistungsabzeichen ab und nahm am jährlichen Wissenstest teil. Ebenso war sie beim Tag der Jugendfeuerwehr in Hart dabei. Der Jugendausflug ging zur Flughafenfeuerwehr in Salzburg und zum Bergwerk in Berchtesgaden.
Aus der Jugendfeuer wurden sieben Feuerwehranwärter übernommen, sodass der Mannschaftsstand einschließlich der Jugendfeuerwehr 82 Aktive beträgt. In die Jugendgruppe konnten sechs neue Jugendliche aufgenommen werden. „Die Jugendarbeit trägt Früchte“, stellte der Kommandant fest. Die Surberger Wehr sei in den nächsten Jahren gut aufgestellt.
Bei den Beschaffungen zählte er ein Schnelleinsatzzelt für 3000 Euro, einen Löschwasserauffangbehälter mit 5000 Litern Fassungsvermögen für 1000 Euro und das Löschfahrzeug LF 20 für 423 000 Euro auf. Mit Hilfe der Eva Mayr-Stihl Stiftung wurden Helme für die Jugendfeuerwehr angeschafft. Die Zimmerei Eckart spendete eine Akku-Säbelsäge.
Der Kommandant sprach einige Beförderungen aus. Befördert wurden Michaela Handrick, Anita und Katrin Klauser, Lucas Koch und Alexander Strehhuber zum Feuerwehrmann, Christian Reiter zum Oberfeuerwehrmann, Konrad Eglseer zum Hauptfeuerwehrmann sowie Johann Brunner und Markus Handrick zum Löschmeister. Für 30 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden Franz Eder, Johann Wimmer, Markus und Rainer Zoff, Josef Strehhuber und Michael Wimmer geehrt.
Kreisbrandinspektor Martin Schupfner meinte, es sei ein Wahnsinn, was im vergangenen Jahr geleistet worden sei, als gewaltige Schneemassen bewältigt werden mussten. Den Feuerwehrleuten auf den Dächern sprach er seinen Respekt für die körperliche Leistung aus. Es gebe keine andere Rettungsorganisation mit so viel „Manpower“ und Fachwissen, die so etwas leisten könne.
Aus dem Feuerwehrverein berichtete Vorstand Hans Mader, dass dieser 303 Mitglieder habe. Der Verein habe 2019 wieder an weltlichen und kirchlichen Festen teilgenommen. Im Einzelnen nannte Schriftführer Christian Hofmann den Jahrtag der Vereine, das Maifest in Lauter, die Fronleichnamsprozession, die Feuerwehrfeste in Freilassing, Tittmoning und Grabenstätt, das Erntedankfest und die eigene Weihnachtsfeier. Beim Gemeindeschießen belegte der Verein den zweiten Platz.
Kassier Benedikt Hollinger hatte eine erfreuliche Mitteilung bezüglich der finanziellen Lage des Vereins. Nach zwei Jahren gab es nämlich wieder eine Mehrung in der Vereinskasse. Da zweiter Kassier Benedikt Gschwendtner aufgehört hat, wurde für ihn Michaela Handrick neu gewählt.
Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Albert Biermaier senior und Johann Eckart senior geehrt. Eine Ehrung für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielten Alois Gnadl, Lothar Niedermeier, Josef Haberlander und Josef Stein.
Bürgermeister Josef Wimmer hob die gesellschaftlichen Aktivitäten des Vereins, zum Beispiel beim Maifest, hervor. Sein Lob galt allen aktiven Feuerwehrleuten für ihre ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohl der Bürger in ihrer Freizeit. Die eindrucksvollen Berichte hätten gezeigt, was alles zu leisten gewesen sei. Sein besonderer Dank galt Kommandant Burghartswieser für die Organisation während der Schneekatastrophe, denn die Leute mussten beschäftigt werden, denn sie wollten etwas leisten. Wimmer dankte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit während seiner gesamten Amtszeit. Es sei viel geschehen. Das Feuerwehrhaus sei „einmal umgedreht worden“. Dort wurden die Einsatzzentrale eingerichtet, eine weitere Garage gebaut und der Schulungsraum hergerichtet. Alle Einsatzfahrzeugen seien in den vergangenen 24 Jahren ausgewechselt worden. „Es war immer mein großes Anliegen, dass die Feuerwehr auf einem guten Stand ist“, betonte der Bürgermeister. Bjr