Erneute Spende der „Feuerwehr“-Ungarnhilfe Traunstein-Surberg

06.03.2024
Medizinische Ausrüstung für einen Kinderarzt – Bildschirme für eine Schule

„Mit einer derart großen Hilfsbereitschaft aus der Region hätten wir im Leben nicht gerechnet“, sagt Stefan Burghartswieser rückblickend auf die Weihnachtsaktion der „Feuerwehr“-Ungarnhilfe aus Traunstein und Surberg. Dieser Aktion vorausgegangen war die Busspende der Gemeinde Surberg (wir berichteten) an die Deutsche Minderheitenverwaltung in der ungarischen Region Veszprém. Die Surberger Gemeinderäte hatten sich im Zuge der Spende dazu entschlossen, dass alle Gremienmitglieder persönlich einen kleinen finanziellen Beitrag leisten, der vor allem den Kleinsten in der Region zugutekommen soll. Neben Weihnachtspäckchen für etwa 400 Kinder konnte die Chiemgauer Delegation einen Defibrillator samt Notfallrucksack sowie ein Sauerstoffgerät an eine Kinderarztpraxis sowie Computerbildschirme für ein Gymnasium übergeben.

1.500 Euro hatte das Sammelergebnis im Surberger Gemeinderat eingebracht. Das Geld wurde in Weihnachtspäckchen mit Süßigkeiten umgewandelt und sollte vor Ort im Rahmen eines Kindernachmittages übergeben werden. „Als wir erfahren haben, dass sich zu dem Tag 400 Kinder angemeldet hatten, mussten wir nochmals die Werbetrommel für Päckchenspenden rühren. In den Tagen darauf hat uns eine Welle der Hilfsbereitschaft überrollt“, so Stefan Burghartswieser im Gespräch mit Hubert Hobmaier von der Pressestelle des Kreisfeuerwehrverbandes. Seiner Meinung nach sei dies auf die Tatsache zurückzuführen, „dass jeder Euro genau da ankommt, wo er gebraucht wird“.

Feuerwehrleute, Trachtenvereine, Firmen aber auch viele Privatleute sind der Bitte nach Unterstützung gefolgt und haben kleine Spenden für die Aktion abgegeben. Innerhalb kurzer Zeit war so das Ziel, dass alle angemeldeten Kinder etwas bekommen erreicht. Damit unter den Kindern kein Neid aufkam, haben die Verantwortlichen penibel darauf geachtet, dass sich in allen Säckchen der gleiche Inhalt befindet. Viele Abende hatte Christa Reitschuh aus Altenmarkt damit verbracht, die Tüten zusammenzustellen und die Naschereien sorgfältig einzupacken.

Mit im Gepäck hatten sie medizinisches Gerät für eine Kinderarztpraxis. Mit finanzieller Unterstützung durch die Dachdeckerei Johannes Thanbichler konnte ein Defibrillator sowie ein Notfallrucksack und ein Sauerstoffgerät übergeben werden. Außerdem übergaben sie eine Reihe Computerbildschirme an ein Gymnasium. Der Höhepunkt der jüngsten Reise nach Ungarn war jedoch der Kindernachmittag an denen die Geschenke übergaben wurden. Kurzerhand wurde Stefan Burghartswieser als Heiliger Nikolaus verkleidet und durfte allen Kindern die Päckchen übergeben. Begleitet wurde der Tag von einem gemeinsamen musikalischen Gottesdienst sowie einem bunten Kinderprogramm samt Streichelzoo.

„Es waren schon zutiefst bewegende Momente als die Kinder ihre Geschenke bekamen und die kleinen Naschereien auspackten“, so Franz Reitschuh und ergänzt, „insbesondere die Eltern hatten häufig Tränen in den Augen, weil sie durch ihre schlechte wirtschaftliche Situation keine Geschenke kaufen hätten können und den Kindern damit eine riesige Weihnachtsfreude beschert wurde“. Wie beide berichten, haben die Kinder die Schokobons bis zum letzten Schokokrümel ausgelutscht und kein einziges Kind wäre auf die Idee gekommen, davon abzubeißen und alles auf einmal runterzuschlucken.

Vor Ort konnten die Beiden außerdem in Erfahrung bringen, dass der kurz vor Weihnachten gespendete ehemalige Rufbus der Gemeinde Surberg mittlerweile seinen Dienst vor Ort aufgenommen hat und täglich für Transportfahrten auf den Straßen rund um Veszprém unterwegs ist. Die Deutsche Minderheitenverwaltung nutzt das Gefährt dazu, Essen an Kinderbetreuungseinrichtungen auszufahren oder für Arztfahrten sowie für Ausflugsfahrten verschiedener Einrichtungen.

„Die lokale Tagespresse hat sich auf Grund der großzügigen Hilfe aus dem Chiemgau einmal mehr überschlagen und umfassend über die Busspende sowie die Weihnachtsaktion berichtet“, so Franz Reitschuh. Darüber hinaus wurden die Vertreter der Feuerwehren erneut mit Herzlichkeit von den Menschen in der Region empfangen. „Gebt unseren tiefempfundenen Dank an alle Helfer und Spender bitte zu Hause weiter, jeder Beitrag hilft unsere schwierige Situation zu verbessern und den Menschen hier vor Ort etwas Freude zu schenken“, so Evelin Hedl von der Deutschen Minderheitenverwaltung an die Beiden bei deren Abreise. Hob

Text:

Hubert Hobmaier

Kreisfeuerwehrverband Traunstein